TNT


TNT-Intro

 


Will man über die Zürcher Punkband TNT eine kurze Biographie schreiben, kommt man nicht darum herum, zuerst die Dogbodys zu erwähnen. Diese waren 1977 neben den Nasal Boys die aktivste Punkband in Zürich. Aus den Dogbodys formierte sich im September '78 TNT. Mit dabei aus der letzten Formation Dogbodys waren: Gitarrist und Songschreiber Dani Graessle, Bassist Andre Gross und Schlagzeuger Gianni Luder. Die 14-jährige Sängerin Sara Schär ersetzte nun das letzte noch verbleibende Gründungsmitglied der Dogbodys, den aus England stammenden Frontmann Ray Fairbrother. Im März '79 ersetzt Phil Rust Gianni an den Drums.

 


Am 5. Juni 1979 veröffentlichte das Label Voxpop die erste TNT Single „Züri brännt“, mit „131“ und „Subwayscene“ auf der B-Seite. „Züri brännt“ ist bis heute der bekannteste Punksong aus der Schweiz. Er wurde das Markenzeichen schlechthin des Schweizer Punk. Ungewollt wurde in den frühen 80er Jahren „Züri brännt" zum Slogan der „80er Bewegung“ auserkoren.

 


Im April '80 erschien die zweite Single auf dem Swiss Wave Label Off Course: „Fight“ und „Remember“ sind zwei süffige Punksongs, wie man sie von den britischen Inseln her kennt. Ein dritter Song „Stupid Boy" wird aufgenommen, schafft es aber nicht auf die Single. Diese Aufnahme geriet in Vergessenheit und wurde erst im Zusammenhang mit den Recherchen zum Buch „Hot Love“ über den Schweizer Punk der 70er Jahre wieder entdeckt und fast 30 Jahre später im Juli 2008 erstmals vom kleinen japanischen Punk-Label BASE Records auf einer CD mit weiteren Songs veröffentlicht. Der zweite Bonus Song auf dieser CD, „Splash“, stammte vom Konzert am 8. November 1980 im Hotel Eintracht in Wolfenschiessen, NW.

 


1981 erscheint bei Alec von Tavel’s Disctrade Label ihre dritte Single mit „Razzia“ und „They Robbed Us“. Neben „Züri brännt“ wurde „Razzia“ nun zum populärsten Song von TNT.

 


Anfangs Februar 1981 verlässt Dani Zürich Richtung Berlin. Von der Gruppe Sperma kommend, ersetzt jetzt Thomi Bickel Dani an der Gitarre. Es wird nun die EP „Eine kleine Machtmusik“ mit 9 brandneuen Songs im Studio von Sara’s Vater Flix aufgenommen. Doch die Gitarren-Tracks müssen später von Dani nochmals eingespielt werden und nur die beiden Songs „Clowns“ und „Bank Robber“ kommen mit Bickis Gitarrenspiel auf die Platte.

 


Es brauchte ganze 2 Jahre bis die 10“ EP erstmals im Herbst 83 auf dem Off Course Records Label erscheint. Unter dem Namen TNT sind sie zu diesem Zeitpunkt schon länger nicht mehr aufgetreten und die auf 1000 Stück limitierte und schön aufgemachte mini LP ging unbemerkt unter. Ebenfalls im '83 erscheint auf dem Soilant Label eine spezielle LP zum Hochzeitsfest von Achmed und Brigit. Live aufgenommen am 17.12.1982 in der Roten Fabrik Zürich, spielen hier TNT unter dem Pseudonym „Essen und Trinken" mit Voco Fauxpas (ex-Blue China) am Bass einmalig ein komplett neues Set.

 


Im Frühjahr '81 ensteht das Projekt Manisch Depressiv von Dani und seiner Freundin Gigia. Im Folgejahr erscheint auf dem Soilant Label ihre Single „MD“. Ende '84 gründet Dani mit Sara The Kick. Im Jahr darauf erscheint eine 12“ auf dem Organik Label. 1986 wird beim Definitiv Sampler beigelegten 4-Track-Single ihr Song „Close Your Eyes“ veröffentlicht. Kurz danach erscheint der gleiche Song auf ihrer Promo Single mit einer Live Version von „Adicts“. Phil wechselt zu Rudolph Dietrichs Mutterfreuden und danach zu Hertz. Im Jahr 1986 gründet er mit Andre und dem Gitarristen Stephan Wittwer die Surfcombo The Killer Planets, die mit den Songs „Hawaii 5-0“ und „Pipeline“ ebenfalls auf der Zusatzsingle vom Definitiv Sampler erscheinen. Danach markiert nur noch Sara bis in 90er Jahre hinein Bühnenpräsenz. Zuerst bei der Crossover Band Souldawn und zum Abschluss bei der AC/DC Coverband Jailbreak. Phil produzierte zur gleichen Zeit in New York Hip Hop und veröffentlicht Singles und CDs auf seinem Label Marcion Records. Zurück in Zürich, erscheinen von ihm im Jahr 2004 und 2007 zwei Solo-CDs mit experimenteller elektronischer Musik.

 


©Lurker/TNT

 




 


TNT

 


Gespräch vom 16. September 2013, Restaurant Bahnhof Wiedikon, Zürich

 


Interview: Stascha Bader / B

 


TNT: Sara Schär, voc


Daniel Grässle, git


André Gross, bass


Phil Rust, dms


 


B: Sagt mal, ist euch eigentlich bewusst, dass ihr heute, am16. September 2013 vor sage und schreibe 35 Jahren eure Band gegründet habt?Das wisst ihr?

 


André: Keine Ahnung.

 


Sara: Nein, es ist purer Zufall, dass wir uns heute, am 16.September 2013 um 18 Uhr 35 treffen.

 


Dani: Wir haben auch bloss zwanzig e-mails verschickt, um dasauf diesen Tag irgendwie zu mühlen, geht ja gar nicht, klar wissen wir’s.

 


André: Ich hab’s nicht gewusst.

 


B: Wie alt wart ihr damals? Also Sara, 14-18 Jahre, das wardeine TNT-Zeit.

 


André: 22-26 Jahre.

 


Dani: 19-23 Jahre.

 


Phil: 22-26 Jahre.

 


André: Gianni (Schlagzeuger vor Phil) war auch einiges jünger.

 


Sara: Ist er nicht letztes Jahr fünfzig geworden?

 


André: Nein, vorletztes Jahr.

 


Phil: Gianni ist so jung? Das wusste ich gar nicht.

 


Dani: Der ist ja viel jünger als ich – also, du ja auch,aber...

 


Sara: Ja, von mir weiss man’s.

 


Dani: Ich habe noch die fünfziger Jahre erlebt ...

 


Phil: Dann war Gianni ja 17 als TNT gegründet wurden ... sojung ...

 


André: Ich glaube er war 18.

 



 


B: Jetzt, 35 Jahre ist doch eine recht lange Zeit, aber wasmich interessiert, jetzt, wenn man zurückschaut: Ist TNT so einen Art Kometgewesen, der durchs Weltall geschossen ist, oder war das ein Feuerwerk? Könntihr euch erinnern, wie lange es TNT gegeben hat und warum ihr euch überhauptaufgelöst habt?

 


(Pause)

 


Dani: längeres Schweigen ...

 


B: Wie lange hat es euch gegeben und warum habt ihr euchüberhaupt aufgelöst?

 


Dani: Ich glaube, André ist nur wegen mir gegangen

 


André: Keine Ahnung

 


Dani: Nein, ich glaube ich weiss warum. Ich hatte eine etwasexperimentelle Zeit auf der Gitarre, und du hast dich dann irgendwann genervtund dann bist du abgehauen.

 


B: Und wie lange hat denn die Band existiert?

 


Sara: Vier Jahre, ich glaube `78 bis 1982.

 


Dani: Frühling 82 würde ich sagen. Und die letzte Aufnahme,die wir haben, das ist Mackie Messer, hast du die gehört, Sara?

 


Sara: Ja, das ist geil.

 


Dani: Da ist das Experimentelle eben auch ein bisschen drin

 


Sara: Genau, das müssen wir leider rausschneiden (Dani &Sara lachen).

 


Dani: Wieso? Geht gar nicht! Aber es rockt eigentlich nochrecht, aber ich glaube das war die letzte Aufnahme, die wir noch gemacht haben,und ich glaube, das war im Frühling ‚82.

 



 


B: Und als du dann gegangen bist, André, wäre es nicht möglichgewesen, dich einfach auszutauschen?

 


André: Das haben wir ja gemacht

 


Sara: Nein, wir haben doch den Bassisten nicht ausgewechselt.

 


Dani: (scherzt) Doch wir haben zwei Bands gemacht, ich habeeine Band gehabt und wir haben eine Band gehabt...

 


Phil: Nein, es gab eine Phase, in der Dani irgendwie weg warund dann kam Thomi Bickel von Sperma dazu.

 


Sara: Und du (Phil) warst auch mal weg.

 


Phil: Ich war mal ein halbes Jahr in London und dann sindandere für mich eingesprungen.

 


Dani: Ja, Thomas Wydler und Schlatti (Beat Schlatter vonLiliput).

 


Phil: Ja und du (Dani) warst mal in Berlin.

 


Dani: Ja, grundsätzlich war es schon so, es waren nurErsatzleute

 


Sara: Es sind alle immer wieder zur Band zurückgekommen. Esist schon so, wir waren diese Band.

 


André: Ja das war der Hit, als wir einen neuen Gitarristensuchen mussten.

 


Sara: Aaaah aua!

 


Dani: Was war das?

 


André: Das war die Hölle, als wir einen neuen Gitarristensuchen mussten, weil Dani weggegangen ist.

 


Sara: Ein Ding der Unmöglichkeit.

 


André: Ein Kandidat vom Aussehen eines Sid Vicious, sieht auswie ein Punk, aber spielt Scheisse.

 


Sara: Das war grauenhaft.

 


Dani: (lacht).

 


B: Mackie Messer. Ist Mackie Messer nun auf dem neuen Albumdrauf?

 


Dani: Es sollte drauf kommen ... wenn sie die Stellen nichtraus schneiden, sonst kommt’s nicht drauf (Gelächter).

 


Sara: Immer Ärger mit dem Dani.

 


André: Was war denn experimentell an diesem Gitarrenspiel?

 


Dani: Ich habe manchmal die Saiten gekreuzt und dann sochchchch chchcch – es war dann nicht mehr so melodiös, das Ganze.

 


Sara: Du hast auf dem Steg rumgeklimpert.

 


Dani: Nein, ich habe sie vorne schon gekreuzt.

 


Sara: Ah, stimmt.

 


Dani: Ich habe sie auf dem Hals schon gekreuzt und das hatdann einen ganz speziellen Klang gehabt.

 


André: Es war irgendwie sehr jazzig.

 


Dani: Nein es war überhaupt nicht jazzig ...

 


Phil: Hast du’s jetzt erst wieder ausgegraben?

 


Dani: Ich habe ja kein Revox Gerät mehr gehabt, und Ursli (vomPowerplay Studio) hat mir ein Revox A700 ausgeliehen, damit ich dieHey-Aufnahmen finden kann, und dann habe ich noch ganz viel anderes Zeugsgefunden, da fand ich, Mackie Messer ist auch noch geil.

 



 


B: Aber warum hat niemand versucht, euch in eine Bandtherapiezu schicken, damit ihr doch wieder zueinander findet? Hat es euch nicht leidgetan, dass es diese TNT plötzlich nicht mehr gibt? Oder fuhr jede und jederauf eine Solokarriere ab, dass ihr es gar nicht mehr nötig gehabt hättet?

 


Dani: Was für eine Solokarriere? Gelächter. Sex, Drugs andRock n’ Roll, ja.

 


Sara: Für mich war es so, dass es mich eigentlich nur mitdieser Band gegeben hat. Ich konnte mir nichts anderes vorstellen.

 


B: Aber warum habt ihr nicht gekämpft, dass es diese Bandweiter gibt?

 


Sara: Da ist ja alles ein bisschen auseinander gefallen, auchdie Umgebung, die uns eigentlich gross gemacht hat. Die ganze Punkszene hat janicht mehr existiert.

 


B: Es gibt Leute die sagen, Punk habe es ab 1980 nicht mehrgegeben, nachher sei dann Postpunk und New Wave gekommen und alles weitere seidann Retro und Nostalgie gewesen. Es gibt schon Leute, die das sagen.Vielleicht ist Punk tatsächlich nur eine kurze Zeit gewesen, 1976 bis 1980.

 


Alle: Ja, ja, das war schon so, also höchstens, maximal.

 


B: Und ihr wart eine Punkband und wart als solche vorbei.

 


Sara: Ja und Nein, also wir waren schon eine Punkband, abermeiner Meinung nach haben wir uns musikalisch sehr weiter entwickelt – jedochvon unserem Publikum weg, habe ich fast den Eindruck. Am Saus undBraus-Festival im Volkshaus, das war unser letztes Konzert, da kamen vieleStimmen wie: „TNT werden viel zu poppig“ oder „ist keine Punkband mehr“, und sohaben wir und unser Publikum uns ein wenig auseinandergelebt.

 


Phil: Ja, die harten Songs waren die besten, das ist völligklar, rückblickend finde ich das unbestritten. Und wir sind dann so ein wenigRichtung... ja schon, wie soll ich sagen, Siouxsie and the Banshees gegangen.

 


Dani: Meinst du?

 


Phil: Ja schon

 


Sara: Aber Hinterhalt ist doch eine geile Nummer.

 


André: Also als Bickel bei uns war, haben wir auch rockigeNummern gespielt, z.B. Bomber von Motörhead, dich haben wir gezwungenDoppelbasspauke zu benutzen, das hat recht gerockt. Und Pop – ich hätte gekotztbei dem Wort Pop – damals wenigstens.

 


Sara: Aber wir waren melodiös, in diesem Sinne poppig.

 


Phil: Ich finde wir haben schon ein paar Popsongs gehabt.

 


Sara: Melodiöse Songs, ja.

 


Phil: Sehen wir mal Krokodil und Popstars alsBespiel.

 


Dani: Aber Popstars ist geil

 


André: Ja, aber die Gitarren haben doch noch ordentlichgesägt...

 


Sara: Auch wenn es poppig war, so hatte es dennoch Druck.

 


André: Ja eben, das meine ich. Heute gibt es ja eine schöneBeschreibung, Melodic Hardcore (lacht), da waren wir Vorgänger dazu. CircleJerks waren ja zeitgleich und die fand ich auch geil.

 


Sara: Sorry, wenn jetzt Pop ein Reizwort ist.

 


Phil: Man kann da jetzt sagen, was man will, wir haben uns alsPunkrockband weiter entwickelt und uns vom Punk entfernt. Es war ja auch klar,dass dieser Stil irgendwann einmal erschöpft sein würde. Auch z.B. Clash habensich irgendwie weiter entwickelt mit Sandinista und so...

 


André:.. total entfernt, das ist an uns nicht vorbeigegangen.

 


Phil: Allgemein war es so, dass die meisten versucht haben,sich zu lösen und etwas Neues zu machen. Z.B. das Konzert an Achmeds Hochzeit,also Voco am Bass – also wo André nicht dabei war – (alle müssen laut lachen).

 


Phil: Da haben wir so ein bisschen Siouxsie-mässig geklungen.

 


Dani: Nein, du (Sara) hattest damals so... wie hast du demgesagt? Salsa-Disco? Du warst irgendwo in den Ferien...

 


Sara: In London! Da war Kid Creole and the Coconuts geradeMode

 


André: Ja super!

 


Dani: Und da kam die Kuhglocke noch rein.

 


Sara: Die Einflüsse kommen halt...

 


André: ... und all die komischen Bands, die’s heute auch nichtmehr gibt...

 


Alle: Ja genau, genau!!!

 


André: Zum Glück gibt’s die nicht mehr.

 



 


B: Wie viel Musikerfahrung habt ihr denn vorher schon gehabt,und kann es sein, dass ihr einfach die Instrumente schon zu gut beherrschthabt, um wirklich rohen Punk zu spielen? Mit der Zeit schleicht sich doch einegewissen Professionalität und Virtuosität ein.

 


Dani: Ich sehe das ein bisschen anders. Ich habe 1972angefangen Gitarre zu spielen und ich denke nicht, dass es darauf ankommt, dassdu unbedingt genau den richtigen Ton spielst, sondern es kommt darauf an,welche Energie du in diesen Ton hineinsetzt. Du kannst einen falschen Tonspielen und der kann völlig geil klingen. Wenn er am richtigen Ort kommt, dannist das völlig geil.

 


B: Du kannst auch einen richtigen Ton am richtigen Ortspielen, das geht auch?

 


Dani: Ja, das konnte ich manchmal auch (lacht). Nein, das istwirklich so, es kommt darauf an, wie du den Ton spielst.

 


André: Nein, Dani, du musst dich wirklich nicht unter denScheffel stellen – er konnte natürlich sehr, sehr gut Gitarre spielen.

 


Sara: Ja, er war der Chef.

 


André: Wir haben keinen Nachfolger gefunden, der das hättespielen können, wir hatten Mühe, ihn zu ersetzen.

 


Dani: Das höre ich zum ersten Mal, das finde ich nett.

 


André: Arschloch (alle lachen)

 


Sara: Das hast du genau gewusst.

 


Phil: Gute Gitarristen sind in Zürich eineAusnahmeerscheinung, das war immer schon so.

 


André: Das ist heute nicht mehr so. Ich meine Thommy Vetterlivon Coroner zum Beispiel.

 


Sara: Gute Schlagzeuger waren auch schwierig.

 


Phil: Ja gut, im Metal gibt es natürlich schon einige. Abergerade im Punk gab es eigentlich fast keine Gitarristen, die einen gewissenPower hatten. Eigentlich keinen, ausser Dani. Das war ein bisschen ein Problemfür unsere Konkurrenz: die anderen Bands hatten nicht diesen Drive.

 


Sara: Aber auch Phil hat diese Band einen riesigen Sprungvorwärts gebracht. Ohne Phil wären nie so weit gekommen.

 


Dani: Ja, absolut. Die konstruktive Kritik, die von Phil kam,während den Proben, nach den Konzerten, hahaha!

 


Sara: Und natürlich Phils technisches Können, wir wären ja niedorthin gekommen.

 


Dani: Die Fähigkeiten, die er als Schlagzeuger gehabt hat - erhatte ein ganz anderes Niveau als der vorhergehende Schlagzeuger und zum Teildie Aushilfen. Gut, Thomas Wydler war natürlich top.

 


Phil: Ja, Thomas Wydler ist ein Vollblutmusiker, er hat jetztgerade wieder ein neues Album gemacht. Er macht Solo-CDs, das ist jetzt dieDritte oder so, gute Sachen.

 


Sara: Und André hat immer mega gut Bass gespielt und sehrspeziell.

 


Dani: Dein Solo in Splash ist natürlich unbestrittenetwas vom besten, was es beim Bass gibt. (Gelächter)

 


B: Wenn man zurück schaut auf die Zeit, in der der Punk zum Blühen und auch zum Verblühen kam; hat das irgendwie auch mit dem Zeitgeist zutun gehabt? Wenn man Zürich von damals mit Zürich von heute vergleicht – waswar das für ein Zürich, in dem dieses Pflänzchen wachsen konnte und ausbrechenmusste?

 


Dani: Das war damals ein völlig puristisches, langweiliges Zürich. Kleinbürgerlich, die Zwinglistadt. Es gab keine Klubs. Wo haben wirverkehrt? Im Antares, im Schlüsselloch, im Ugly, dann gab es noch dasEntertainer oder was weiss ich wo du (André) noch überall gewesen bist. Es gabein paar kleine Klubs. Konzerte? Da bist du bist ins Volkshaus gegangen um Mottthe Hoople zu schauen – schlimmstenfalls. Es brauchte etwas Neues. Ich meine,all diese Glittermusik, das konntest du doch einfach nicht mehr hören. Punk kamgenau rechtzeitig. Ich genoss es sehr.

 



 


B: Was sagt ihr dazu, war es eine Art Kulturrevolution, dieZürich brauchte, von der ihr ein Teil wart? Und als Zürich angeschoben war undsich zu bewegen begann, da brauchte es euch nicht mehr?

 


(langes Überlegen)

 


Sara: Es hat andere gebraucht. Die politische Bewegung fingan, sich zu entwickeln, und es gab andere Leute, die wiederum für diese denSoundtrack lieferten. Aus ihren eigenen Reihen. Wir haben da nicht mehr so dazugehört.

 


Phil: Es kam eine neue Generation von Leuten. Wir waren jaauch eine neue Generation. Vor uns gab es einen Bunker, es gab eine 68erBewegung

 


Dani: Die hast du noch erlebt, oder?

 


Phil: Da war ich noch sehr jung, die habe ich aber tatsächlichnoch erlebt. Nach der Schule gingen wir in den Bunker.

 


Sara: Die habe ich auch erlebt, als kleines Mädchen.

 


Phil: Eben, es hat in Zürich immer wieder so Schübe gegeben.Ab den 80er Jahren hat sich das Zentrum in die Rote Fabrik verlegt.

 


André: Also vorher war das AJZ! Sagen wir im Herbst dieserBand, da war längst schon das AJZ in Betrieb, und dort traten täglich Bandsauf, neue Bands.

 


Dani: Also z.B. FDP und solche Bands. Und es ging dannchaotischer zu- und her, und wir versuchten, uns zu entwickeln und neue Wege zufinden, sagen wir auch, professioneller zu werden, während die neueren Bandsdie Anarchie und etwas ganz anderes rein brachten. Wir suchten etwas ganzanderes. Ich ging zwar noch einmal darauf zurück, ganz definitiv – hat jetztnichts mit dem Definitiv Sampler zu tun – bevor ich dann wieder zu TNTzurückkam.

 


Sara: Ja, wir haben uns musikalisch weiter entwickelt. In den80er Jahren hat ja eigentlich fast jeder Musik gemacht. Es gab fast niemanden,der keine Musik gemacht hat. Aber es war eine andere Art Musik zu machen. Esstand mehr das Wort im Vordergrund, nicht mehr so die Musik. Wir haben docheigentlich sehr gerne gute Musik gemacht, darum haben wir fast jeden Tag geübtund unsere Musik vorwärts gebracht.

 


B: Aber Texte geschrieben habt ihr auch.

 


Sara: Ja klar.

 


André: Texte geschrieben hat Sara.

 


Phil: Nicht alle.

 


Dani: André hat auch geschrieben.

 


Phil: Ich denke ab den 80er Jahren gab es in Zürich viel mehrLeute, die viel seriöser Musik machten, vielleicht mit einem höheren Anspruch.Bei uns stand Fun und Energie im Vordergrund. Später, so ab der Roten FabrikSzene, waren dort Leute, die viel mehr mit einem Kunstanspruch Musik machten.

 


Sara: Das war dann noch einmal eine andere Szene.

 


André: Die mit den Fischli/Weiss-Covers meinst du?

 


Phil: Genau. Ja, nicht nur die, aber so Platza, FDP, diehatten einen Kunstanspruch. Das hatten wir nicht.

 


André: Wir wollten mehr Rock n’Roll machen, der Spass amSpielen, nicht Performance als Kunst sondern Performance als Spass. Ja,zusammen mit dem Publikum Spass haben.

 


Sara: Ja, aber Spass kannst du nur haben, wenn du gute Musikmachst, wenn deine Energie auch herüber kommt. Wenn von der Bühne nur Schrottkommt, ist’s auch nicht lustig. Dann kommt auch keine Stimmung auf. Man muss jaauch etwas liefern damit wieder etwas zurück kommt.

 


B: Darf ich nur ganz stichwortartig hören, was ihr die letzten35 Jahre gemacht habt? Also, wer hat noch Musik gemacht und wie lange, oder wermacht immer noch Musik? Was sind eure anderen Berufe oder Berufungen, wo eseuch hingezogen hat?

 


Phil: Ich habe eigentlich mit Pausen immer Musik gemacht,ausser im Moment seit etwa fünf Jahren nicht mehr. Ich hatte mich schon bevorich zu TNT gekommen war, immer und wahnsinnig viel mit Musik befasst und nichtnur mit Rock, sondern auch mit Jazz und Avantgarde. So ähnlich wie Dani. Wirhatten ein sehr breites Spektrum, von Country bis Freejazz.

 


Dani: Country habe ich nicht gehört.

 


Phil: Doch, hast du.

 


Dani: Nein habe ich nicht. Ich habe so Fifties-Sound gehört,ich habe Jazz gehabt, ich hatte Klassik.

 


Phil: Nein sorry, ich habe bei dir Country gesehen

 


Dani: Ah! Den Country Joe and the Fish. Das geht jetzt aber nicht direkt unterCountry, eher Woodstock!

 


B: Du sagst, bis vor fünf Jahren hast du noch Musik gemacht,aber das waren dann verschiedene Richtungen, auch in unterschiedlicherFunktion? Schlagzeuger oder Komponist oder Soundman? Ph: Ja genau, alles. Alsoursprünglich Schlagzeug. Nach TNT habe ich bei Hertz getrommelt und mit Fönseund Stephan Wittwer die Killer Planets, eine Surf-Band, gehabt. Wir spieltenSurf-Klassiker aus den 60's mit einem Punk-Feel. Mit Stephi habe ich auch dasSolo-Album von Gabi Delgado (Sänger von DAF) gemacht, das wir bei Conny Planckaufgenommen haben. Ab den 90's war ich in den USA, speziell NYC. Dort hatteich ein eigenes Hip Hop Label Marcion Records, für das ich alle Beats undProduktionen, aber auch die ganze Promo, Vertrieb etc. gemacht hatte. Das warin den 90's. Ich habe damals viel dazugelernt in Sachen Computer undMusikproduktion und so. Danach habe ich, wieder hier in Zürich, ich würdesagen, so eher experimentelle Elektronik CDs gemacht. B: Was hast du noch nebstder Musik gemacht? Ph: Gearbeitet, so normale Jobs wie (beim Verlagshaus)Ringier und so. B: Zeitungen ausgetragen oder in der Chefredaktion gesessen?(grosses Gelächter). Ph: Nein, Marketing. In den USA nebenbei auch Musik Journalismus.

 


Dani: Was war die Frage?

 


B: Was kam bei dir nach TNT?

 


Dani: Also ich habe noch lange Musik gemacht, bis 1987, habeverschiedene Besetzungen gehabt, unter anderen mit Stöff von FDP, wir hattenverschiedene Konzerte auch in Holland, im Paradiso zum Beispiel.

 


B: Mit FDP also?

 


Dani: Nein, nein, ich habe mit ihm eine andere Band gemachtnoch, mit Alfa noch, ich weiss nicht, ob den noch jemand kennt, der arbeiteteim Ziegel und spielte Schlagzeug bei uns.

 


B: Ein Schwarzer?

 


Dani: Nein, nein, der war kreideweiss, das kannst du mirglauben.

 


Sara: Das ist er immer noch.

 


B: Und was für ein Stil war denn das?

 


Dani: Ja so etwas zwischen Experimental und vollerImprovisation, aber mit Gesang. Ich weiss jetzt auch nicht, wie man dem sagt.Ich hatte noch gute Songs, aber die Formation gab es nicht lange, vielleichtdrei Monate. Kollegen von FDP, die da oben (in Holland) wohnten, haben ein paarKonzerte organisiert und dann sind wir da rauf gefahren für ne Woche oder zweiund hatten Spass zusammen.

 


B: Im ersten TNT-Interview hatte ich euch damals gefragt, obihr gerne von der Musik leben würdet. Von was hast du denn gelebt die letzten35 Jahre?

 


Dani: Vom Rauchen, vom Saufen und von der Hand in den Mund.

 


André: Mit anderen Worten, er arbeitet auf einer Bank (alle lachen).

 


Dani: Nein nein, später habe ich ja mit Sara The Kick gemacht.Wir sind auf Tournee gegangen, haben Platten gemacht. Essen und Trinken mitVoco am Bass war noch vorher, das was Phil erwähnt hat. Das war die Hochzeitvon Achmed. Dann halt immer so Projekte. Ich habe mal bei der Comedy am Theatergearbeitet, für Medea.

 


B: Also kreativ bis heute?

 


Dani: Nein, nein, das war bis 1987. Jetzt kommen die nächsten,restlichen Jahre. Auf jeden Fall habe ich mich immer, auch während TNT, mitMathematik befasst, es hat mich einfach sehr interessiert, und irgendwann wurdees immer stärker. Ich mache jetzt seit 31 Jahren Software, und im Momentarbeite ich auf der Bank. Ich mache multiparallele Systeme mit 24 Prozessorenpro Server und so weiter, einfach sehr geiles Zeugs, das mein Hirn ein bisschenanstrengt.

 


B: Und dann machst du Partituren wie ein Komponist und so?

 


Dani: Ja, es sind ja 24, das sind zwei Oktaven.

 


B: Die letzten 35 Jahre, musikalische und aussermusikalischeBeschäftigung?

 


André: Ich habe vor TNT Klavier und Gitarre gespielt und beiTNT Bass. Dann habe ich mit Phil die Surfband The Killer Planets gehabt.

 


Dani: Die war geil!

 


André: Dann habe ich das Projekt Musik ein bisschen beerdigtund habe mich dem Privatleben gewidmet. Habe eine liebe Frau mit drei Kindernum mich herum, die machen auch alle schön Musik und ich spiele wieder Klavierund Gitarre. Ich habe wahrscheinlich von allen hier Anwesenden die meistenEffektgeräte. Habe zum Beispiel am letzten Samstag von einem griechischenMetaller das MXR Carbon Copy gekauft, so ein geniales Analog-Delay von JimDunlop. Damit mache ich meine Nachbarn wahnsinnig. Und ich mach Webseiten füreine Firma.

 


B: Phil, familienmässig unterwegs?

 


Phil: Nein.

 


Dani: Geschieden, ein Kind, Sohn fünfzehn.

 


B: Und deine sind schon gross?

 


André: Verschieden gross, ja, ich weiss die Längen nicht sogenau aber so 125, 165 und eins etwas kleiner. Nein: 9, 14 und knapp 16.

 



 


B: Cool, Sara, ich kannte dich ja schon als kleines Kind, ichbin ja in Seebach aufgewachsen und kannte deine Eltern, die in derFreizeitanlage sehr aktiv waren in der Kultur. Darum bin ich ja auch bei euchzuhause gewesen – und plötzlich warst du auf der Bühne, kleine Göre, schreistund singst und es ging uns allen der Kiefer runter natürlich. Und wir haben dastotal bewundert, aber es war auch fast selbstverständlich: Die Familie, aus derdu herkommst, war so cool, dass sicher eine coole Tochter da rauskommen musste.Aber ich weiss sonst nicht so viel über dich, wie das sonst so gelaufen ist,auch nach der TNT-Zeit, musikalisch oder auch nichtmusikalisch, familiär – undnichtfamiliär, je nach dem.

 


Sara: Nach TNT war ich 20 und bin 1984 ein halbes Jahr inZentralamerika herumgereist. Und dann, als ich zurückkam, habe ich Dani wiedergetroffen. Zusammen haben wir Kick gegründet. Kick ging dann bis etwa 87, oder?

 


Dani: Ja, angefangen 1985, du bist Ende1984 zurückgekommen unddann sind wir einen Tag ins Studio gegangen – ich hatte damals ein kleinesStudio. Wir haben ein bisschen geübt und nach etwa einer Stunde hatten wireinen Song, das war Black.

 


Sara: Ja, geile Nummer gewesen!

 


Dani: Dann fanden wir, jetzt machen wir eine Band, und dannhaben wir eine Band gemacht. Wir gingen 1986 auf Tournee nach Deutschland,Österreich und so. Es war bloss eine kleine Europatournee, aber es hat rechtSpass gemacht und es sind recht gute Sachen rausgekommen. Erst neulich kam einePlatte raus bei Iffi von Static Shock. Lurker hat es organisiert und so.

 


Sara: Dann, ja dann hat sich Kick irgendwann auch aufgelöst.Ich habe mit anderen Leuten eine neue Band gegründet, die hiess Souldawn. Alsomit Martin Stricker von Celtic Frost (Bass) und Jan Graber (Gitarre) und fürkurze Zeit war am Anfang noch Hannibal von Crazy dabei als Schlagzeuger. Martinging dann wieder zurück zu Celtic Frost und wir hatten verschiedene Wechsel amBass und am Schlagzeug. Souldawn hat es relativ langegegeben so 1986 bis 1996.

 


Dani: Kick hat sich erst 1987 aufgelöst.

 


Sara: Dann war es 1989 bis 1996

 


André: Das ist ja fast wie bei Excruciation... diegibt’s auch schon etwa dreissig Jahre.

 


Sara: Also Souldawn hat es relativ lange gegeben,wir haben Tourneen gemacht, Platten gemacht, also eine CD gemacht und 1996 hatsich Souldawn aufgelöst. Die Technowelle haben wir nicht überlebt.

 


Dani: Jan hat mit meinem Gitarrenverstärker gespielt.

 


Sara: Ja genau. Wir waren kurz vor einem Deal mit Sony, es hataber nicht ganz gereicht und dann hat sich das Ganze im Sand verlaufen. Ichhabe dann aber weiterhin immer wieder Projekte gemacht, unter anderem eine Bandnamens Jailbreak mit AC/DC-Covers, also Bon Scott-Covers und das war Fun. Seit1996 habe ich eigentlich keine feste Band mehr, aber ich habe immer wieder waszwischendurch gemacht. Zuletzt mit Rudi Dietrich, der seine Sachen überarbeitetund eine CD herausgegeben hat.

 


B: Und aussermusikalisch?

 


Sara: Da habe ich immer geschaut dass ich durchkomme, habeimmer wieder gearbeitet, eine kaufmännische Lehre gemacht und auch heutearbeite ich noch auf meinem Beruf.

 


B: Und was war das mit dem – was war es noch mal? Karate?

 


Sara: Ach so! Ja klar. Mit 16... Ja, darf ich das sagen? Duund ich (André) haben gleichzeitig mit Karate angefangen, als alle Karategemacht haben in der Stadt.

 


Phil: Sogar ich ein halbes Jahr lang!

 


Sara: Du auch?

 


Dani: Ich auch mal drei Monate.

 


Sara: Wow! Ja genau.

 


B: Wo habt ihr das gelernt?

 


Sara: Wir haben angefangen in der Saalsporthalle mit 120Leuten im Anfängerkurs. Es war ein richtiger Karateboom damals, zum Teilnatürlich wegen den Demos, ist ja klar, alle wollten sich verteidigen können.Ich trainiere und unterrichte immer noch in der Karateschule meines Mannes.

 


B: Und kindermässig?

 


Sara: Ein Kind, 11, männlich, macht auch Karate.

 


 

 


B: Ja, jetzt kommen wir auf das Album zu sprechen. Ein Vinylwird rauskommen. Mit wie vielen Songs und mit welchen Songs kommt ihr raus,wenn ihr das jetzt eurem Publikum erklären müsstet? Was kann man da erwarten?

 


André: Da das sowieso nur für Sammler ist, können wir sagen,hey, das ist ganz rarer Shit. (Allgemeine heitere Zustimmung, Gelächter) Es istvollkommen egal, was da drauf ist, aber es ist rar.

 


Sara: Man kann es nicht besser sagen, es wird einfach gut.

 


Dani: Es hat ein paar unveröffentlichte Aufnahmen drauf, diehammergeil sind, Hinterhalt zum Beispiel. Das ist eine der letztenKompositionen, die wir gemacht haben als Band. Sara singt auf Deutsch. Es istschnell, pogo-style, es ist geil, es hat Gitarren und es rockt wirklich. Ichhatte nicht mehr gewusst, dass es diesen Song gibt.

 


B: Wo habt ihr denn den Song gefunden?

 


Dani: Auf Revox-Bändern aus meinem Keller. Mackie Messerist auch drauf. B: Das sind Stereo-Aufnahmen aus dem Übungsraum?

 


Dani: Ja.

 


B: Und es ist auf jeden Fall alles live eingespielt, ohneOverdubs oder so?

 


Dani: Ja, alles ist live eingespielt, das ist alles soeingespielt, mit einem Zweispurgerät aufgenommen mit zwei Mikrofonen und dannhaben wir’s angehört und gesagt, das ist Scheisse, spielen wir’s nochmals, dannhaben wir’s nochmals aufgenommen und so weiter.

 


Sara: Leise mit Gefühl ist der Song, der anfängt mittütütütütütü und wo André auf dem Bass rumtrasht wie gestört, dann gibt esverschiedene Versionen von Phils Drum. Aber von Hinterhalt gibt es nureine Version.

 


 


B: Also, das sind quasi Wiederentdeckungen, was kommt dennsonst noch aufs Album?

 


Phil: Es kommt das Mini-Album Eine kleine Machtmusik ganz oderteilweise drauf. Wir haben davon noch 8-Spur-Bänder gefunden, die wir neuabmischen.

 


Sara: Also, die Singles kommen sicher alle auch drauf,eventuell andere Mixes, weil Dani hat da noch Bänder gefunden mit Rough Mixesvon Remember, Fight und ein früherer Mix von They Robbed Us,bei dem dieses Phaser/Flanger-Gewixe nicht drauf ist.

 


B: Also gibt es verschiedene Charakteristiken der Songs oderkommt ein gemeinsamer Lack auf alles?

 


André: Sicher nicht, das lässt sich schon gar nicht machen,weil es verschiedene Grundlagen sind. Es wird verschiedene Qualitäten haben,verschiedene Mixes, es ist mehr eine Zusammenstellung.

 


Dani: Gewisse Sachen sind ja im Übungsraum aufgenommen.

 


Sara: Ich habe viele Aufnahmen im Übungsraum mit dem Walkmangemacht. Leider sind diese Aufnahmen aber alle verschollen.

 


B: Also Neuentdeckungen, zum Teil das Mini-Album neuabgemischt, möglicherweise, plus alle Singles.

 


Sara: Eventuell noch der Song Stupid Boy von der Remember/Fight-Session,der auf dem Japan-Album drauf ist.

 


André: Haben wir mal in Japan gespielt? (grosses Gelächter)

 


Sara: Weisst du nicht mehr?

 


Dani: Hat dir Botox das Gehirn vermasert oder was?

 


B: Es heisst doch: If you remember the eighties you werenot there!

 


Sara: Ja das hat was, genau.

 


 


TNT



 

TNT – Züri brännt – The Singles And More


Neun Songs der bekanntesten Schweizer Punkband sind nun endlich ( Ende Juni 2008) auf einer limitierten CD von 1000 Stk erhältlich.


Am 5. Juni 1979 veröffentlichte das Label Voxpop die erste TNT Single „Züri brännt". Dieser Song stammte noch aus der Feder der Dogbodys und „Subwayscene" auf der B-Seite ebenfalls. Das dritte Stück „131" (Der Song besteht aus der gleichen Anzahl Wörter) war dann aber ein echter TNT Song. „Züri brännt" ist bis heute der bekannteste Punksong aus der Schweiz. Er wurde das Markenzeichen schlechthin für TNT. Ungewollt wurde in den frühen 80er Jahren „Züri brännt" zum Slogan der „80er Bewegung"auserkoren.


Im April 80 erschien ihre zweite Single. Nun auf dem klassischen Swiss Wave Label Off Course. „Fight" und „Remember" sind zwei süffige Punksongs, wie man sie von den britischen Inseln her kennt. Ein dritter Song „Stupid Boy" wird aufgenommen, doch schafft er es nicht auf die Single. Diese Aufnahme geriet in Vergessenheit und im Zusammenhang mit den Recherchen zum Buch „Hot Love", ein Buch über den Swisspunk von 1976 bis 80, wird er wieder entdeckt und nun 30 Jahre später zum ersten Mal auf dieser CD veröffentlicht.


1981 erscheint bei Alec Von Tavels Disctrade Label ihre dritte Single. „Razzia" und „They rubbed us". Neben „Züri brännt" wurde „Razzia" zum populärsten Song von TNT . Der Bonussong „Splash" stammt vom Konzert am 8. November 1980 im Hotel Eintracht in Wolfenschiessen, NW.


1. Züri brännt 0:44
2. 131 1:42
3. Subwayscene 2:29
4. Remember 2:36
5. Fight 3:02
6. They Robbed Us 2:02
7. Razzia 2:13
8. Stupid Boy (previously unreleased) 2:10
9. Splash (live) 3:54


All songs by TNT


Sara – vocals, Dani – guitars, Smudi – bass, Phil – drums


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