Aboriginal Voices Band

Electro minimalism with a French twist by otherwise native Swiss speakers

ABORIGINAL VOICES, AV wie sie genannt wurden, gründeten sich Anfang 1980. Heinrich Zwahlen, Wüste genannt, ehemaliger Gymnasiast mit Jazz Erfahrung, spielte ab 1977 einige Jahre Gitarre bei der ersten Swiss Punkband NASAL BOYS, die sich 1978 zu EXPO unbenannten und im Herbst 1979 auflössten. Micheline Pfister,  Misch genannt, ehemalige Gymnasiastin, war davor bei NO FEEDBACK als Sängerin, der ersten Swiss Wave Band der Schweiz. Sie waren ein Paar, hatten genug von Bandkonstelationen, hatten viele Ideen, hatten neue  Instrumente und gingen das Ganze frei von jeder akedemischer Intellektualität an. Sprich, spontan und mit einer grossen Portion Naivität und Humor. Sie waren beide keine Techniknörds, somit sollte die Auseindersetzung mit den neuen elektronischen Geräten spielerisch passieren und daraus sollte ein eigenständiger Electropop entstehen.  Es war harte Arbeit bis die ersten Songs Gestalt annahmen. Wüste mehrheilich für’s Composing, das E-Drum und Gitarre zuszänding, Misch für die Sound Programierung und am Keyboard. Für die Stimme wurde anfangs Magda Vogel beigezogen, die ab 1983 mit ihrer eigenen  Band UNKNOWNMIX noch viel von sich hören liess.

Im Herbst 81 dann das erste Demo, darauf vier rythmisch wie strukturell sehr minimal gehaltene Songs. Eine grosse Herausforderung für AV war es nun sich Live präsentieren zu können, dies ohne Kompromisse einzugehen. Erst einmal ging es darum die Übersicht über alle Geräte zu gewinnen und dabei gleichzeitig noch singen und spielen zu können. Dazu wollten sie sich auch selbst mixen, denn wenn man kein pernamenter Mixer plus PA hat, wird der Sound meistens zermanscht, weil der Mixer keine Vorstellung hat, haben kann, wie es nun tönen soll. Die meisten Acts sind ja damals noch nicht mit Synth und live sequencing aufgetreten, sondern haben nur Tapes im Hintergrund abgespielt. Doch ab Frühling 82 konnte AV ohne irgend welche Kompromisse einzugehen ihre ersten Live Konzerte geben, dies gleich am gleichen Abend mit MALARIA aus Berlin oder den HONEYMOON KILLERS aus Belgien. Oder wie Wüste heute sagt: “Also, AV ist dann wirklich voll elektronisch live aufgetreten, inclusive programmierter Light Show, was heute ja alle machen. Das ganze Repertoire war für Live konzipiert, ich hatte ja eine Band Vergangenheit und komme nicht aus dem Studio. Ich denke darin lag die Pioneer Leistung von AV.”

Im Mai erschien dann ein weiteres Tape unter dem Namen Instant Music mit sechs neuen Songs. Als Eröffner der Song Le Jour. Wüste sagt dazu; “Electro minimalism with a French twist by otherwise native Swiss speakers. Using French was the perfect way to make it rhyme for a blase (blasé) a postpunk statement about being bored and listless (L’Ennuie) in the daytime while having desires and cravings (envie) only during the night”.